Verstopfung · 3 Min.
Zahnseide: der Faden, der alles zusammenhält
20. November 2026
Zahnseide besteht aus reißfestem Kunststoff und zerfällt im Abwasser nicht. Sie verfängt sich an jeder Kante und bindet dort lose Ablagerungen zu einem festen Knäuel. Aus Material, das einzeln abgegangen wäre, wird so ein Pfropf.
Es ist ein paar Zentimeter lang, wiegt fast nichts und verschwindet mit einer Spülung. Trotzdem gehört Zahnseide zu den Dingen, die wir regelmäßig aus Pumpen und Siphons holen, und zwar in Mengen.
Warum ausgerechnet dieses Material
Zahnseide ist aus Nylon oder Teflon und darauf ausgelegt, beim Gebrauch nicht zu reißen. Diese Eigenschaft bleibt im Abwasser vollständig erhalten. Sie zerfällt nicht, sie löst sich nicht, und sie ist dünn genug, um sich um alles zu legen.
Im Rohr verfängt sie sich an der ersten Kante: einer Muffe, einem Bogen, einer Wurzel. Dort bleibt sie liegen und fängt ab, was vorbeikommt. Haare und Fasern verhaken sich darin, Fett lagert sich an. Aus Material, das einzeln abgegangen wäre, entsteht ein zusammenhängendes Gebilde.
Zahnseide verstopft eine Leitung nicht allein. Sie liefert das Gerüst, an dem sich alles andere festhält.
Besonders kritisch bei Pumpen
In Hebeanlagen und Schmutzwasserpumpen wickelt sich der Faden um die Welle des Laufrads. Dort zieht er sich mit jeder Umdrehung fester, bis die Pumpe blockiert oder die Gleitringdichtung beschädigt wird. Das ist ein teurer Schaden für ein paar Zentimeter Kunststoff.
Wohin damit
- In den Restmüll, nicht in die Toilette und nicht ins Waschbecken.
- Dasselbe gilt für Interdentalbürsten und Wattestäbchen.
- In Haushalten mit Hebeanlage lohnt ein Hinweis direkt am Waschtisch.
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