Eine Schmutzwasserhebeanlage befördert Abwasser ohne Fäkalien nach oben. Sie steht dort, wo im Keller gewaschen, geduscht oder Wasser aufgefangen wird, aber kein WC angeschlossen ist. Die Norm nennt sie fäkalienfreie Abwasserhebeanlage nach DIN EN 12050-2.
Weil kein WC-Abwasser anfällt, braucht sie kein Schneidwerk. Das macht sie einfacher, leiser und weniger störanfällig als eine Fäkalienanlage. Die Anforderungen an Rückstauschutz sind aber dieselben: Liegt der Ablauf unter der Rückstauebene, verlangt die DIN 1986-100 auch hier eine Hebeanlage mit Schleife über dieser Ebene.
Auf dieser Seite steht, wofür die fäkalienfreie Anlage die richtige Bauform ist, was Waschmaschine und Trockner für die Auslegung bedeuten, warum Lichtschacht und Kellerabgang eine eigene Betrachtung brauchen und woran man merkt, dass die Anlage zu klein gewählt wurde.
Hebeanlagen im Gebäude: vom Waschtisch bis zur Pumpstation
Der Schnitt zeigt, wo im Haus welche Anlage sitzt und warum die Rückstauebene über allem steht. Alles unterhalb der Straßenoberkante braucht eine Hebeanlage mit Rückstauschleife, alles darüber läuft im freien Gefälle.

Zum Vergrößern auf die Grafik tippen. Rückstauebene in Berlin: in der Regel die Straßenoberkante an der Anschlussstelle.
- 1KleinhebeanlageSpüle oder Waschtisch ohne WC, DIN EN 12050-3
- 2Freispiegelentwässerungoberhalb der Rückstauebene, ganz ohne Pumpe
- 3FäkalienhebeanlageWC und Bad im Keller, DIN EN 12050-1
- 4Schaltgerät mit StörmeldungAlarm bei Pumpenausfall oder Überstau
- 5Schmutzwasserhebeanlagefäkalienfrei, Waschmaschine und Dusche, DIN EN 12050-2
- 6RückstauschleifeDruckleitung über die Rückstauebene geführt
- 7Rückstauverschlussnur fäkalienfreie Abläufe, kein Ersatz für eine Hebeanlage
- 8Pumpstation im Erdreichwenn im Gebäude kein Aufstellraum vorhanden ist
- 9Rückstau aus dem Kanalbei Starkregen steht das Wasser bis Straßenniveau
Wofür die fäkalienfreie Anlage gedacht ist
Der Unterschied zur Fäkalienanlage ist keine Frage der Größe, sondern der Art des Abwassers. Sobald ein WC oder ein Urinal angeschlossen wird, ist es eine Anlage nach DIN EN 12050-1, unabhängig davon, wie klein sie ist. Ohne WC bleibt es bei -2.
- Wer später ein Keller-WC nachrüsten will, sollte das vorher sagen. Eine fäkalienfreie Anlage lässt sich dafür nicht umbauen, sie muss ersetzt werden.
- Regenwasser und Schmutzwasser gehören in Berlin je nach Straßenzug getrennt oder gemeinsam abgeleitet. Was für Ihr Grundstück gilt, prüfen wir vor der Auslegung.
| Anschluss im Keller | Fäkalienfreie Anlage geeignet? | Hinweis |
|---|---|---|
| Waschmaschine | ja | Laugenstoß und Flusen einplanen, Behälter entsprechend wählen |
| Kellerdusche | ja | Zulaufhöhe beachten, sonst läuft die Wanne nicht vollständig leer |
| Waschbecken, Ausgussbecken | ja | Häufigster Fall in Waschküchen |
| Bodenablauf im Keller | ja | Nur sinnvoll mit Rückstauschutz, sonst kommt Kanalwasser genau hier heraus |
| Lichtschacht, Kellerabgang | ja, mit Zusatzbetrachtung | Regenwasser bei Starkregen, Fördermenge größer auslegen |
| WC oder Urinal | nein | Dann Fäkalienhebeanlage nach DIN EN 12050-1 |
| Gewerbliche Küche | nein | Fettabscheider vorschalten, danach passende Anlage wählen |
Waschmaschine, Trockner und die Frage der Fördermenge
Der häufigste Auslegungsfehler bei fäkalienfreien Anlagen betrifft die Waschmaschine. Sie gibt ihr Wasser nicht gleichmäßig ab, sondern in kurzen, kräftigen Stößen, und sie tut es beim Abpumpen mit deutlichem Druck. Ist der Behälter zu klein, ist er nach dem ersten Laugenstoß voll, und die Pumpe muss anlaufen, während weiter Wasser nachkommt.
Dazu kommen Flusen. Sie setzen sich an Schwimmern und in der Rückschlagklappe ab und sorgen dafür, dass die Anlage den Füllstand falsch meldet oder die Klappe nicht mehr sauber schließt. Beides führt zu genau den Symptomen, die später als Störung gemeldet werden: Die Anlage läuft ständig oder sie fördert nicht mehr richtig.
Ein Kondenstrockner gibt zwar weniger Wasser ab, aber dauerhaft und warm. In Kombination mit stehendem Restwasser im Behälter begünstigt das Geruch. Wo Waschmaschine und Trockner zusammen im Keller stehen, gehört das in die Auslegung, nicht in die Reklamation ein halbes Jahr später.
Behälter passend zum Laugenstoß
Der Behälter muss die Wassermenge eines Abpumpvorgangs aufnehmen können, ohne dass die Pumpe im Dauerlauf mitläuft.
Flusen als Verschleißfaktor
Regelmäßige Sichtprüfung von Schwimmer und Rückschlagklappe, sonst häufen sich die Fehlmeldungen.
Zulaufhöhe der Dusche
Liegt die Wanne zu tief zum Behälterzulauf, bleibt Wasser stehen. Das ist ein Planungsfehler, kein Pumpenfehler.
Belüftung nicht vergessen
Auch die fäkalienfreie Anlage braucht Be- und Entlüftung, sonst zieht sie Siphons leer und es riecht.
Schmutzwasserhebeanlagen: Wir sind in ganz Berlin & Brandenburg für Sie im Einsatz.
Lichtschacht, Kellerabgang und Starkregen
Wenn ein Lichtschacht oder eine Kellertreppe entwässert wird, ändert sich die Rechnung. Im Normalbetrieb kommt dort fast nichts an, bei Starkregen dagegen kurzzeitig sehr viel. Genau diese Spitze entscheidet, ob der Keller trocken bleibt.
Berlin hat in den vergangenen Jahren mehrfach Regenereignisse gesehen, bei denen in kurzer Zeit große Mengen gefallen sind. Eine Anlage, die für eine Waschküche gerechnet wurde, ist damit überfordert. Wir legen die Fördermenge in solchen Fällen deutlich größer aus und prüfen, ob eine getrennte Lösung für den Schacht sinnvoller ist.
Wichtig ist außerdem der Rückstauschutz. Ein Bodenablauf im Keller ohne Schutz ist bei Rückstau die Stelle, an der Kanalwasser ins Gebäude kommt. Das ist nicht theoretisch, es ist der häufigste Weg, auf dem Keller volllaufen.
- Fremdwasser aus Lichtschacht und Kellerabgang gehört in die Berechnung, nicht in die Hoffnung.
- Wo möglich, ist es sinnvoll, Regenwasser von der Schmutzwasseranlage fernzuhalten, statt es mitzupumpen.
- Nach jedem Starkregen mit Wassereintritt lohnt eine Kontrolle der Anlage, auch wenn sie noch läuft.
Was wir an fäkalienfreien Anlagen machen
- Auslegung und Einbau neuer Anlagen, mit Aufmaß vor Ort und Festpreisangebot.
- Austausch zu klein gewählter oder verschlissener Anlagen, auch anderer Fabrikate.
- Wartung nach DIN EN 12056-4 mit Prüfung von Schwimmer, Rückschlagklappe, Behälter und Druckleitung.
- Störungsdienst bei Dauerlauf, fehlender Förderleistung, Geruch oder Wassereintritt.
- Beurteilung nach Starkregen: Ob die vorhandene Anlage für die tatsächliche Belastung ausreicht.
Häufige Fragen zu Schmutzwasserhebeanlagen
Die Schmutzwasserhebeanlage nach DIN EN 12050-2 fördert Abwasser ohne Fäkalien, also aus Waschküche, Dusche oder Waschbecken. Sobald ein WC angeschlossen wird, ist eine Fäkalienhebeanlage nach DIN EN 12050-1 vorgeschrieben.
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