Rohrreinigung · 3 Min.
Der Wurzelschneider: schneiden statt reißen
15. November 2026
Ein Wurzelschneider trennt eingewachsene Wurzeln mit einer definierten Schnittkante am Rohrquerschnitt ab. Entscheidend ist, dass geschnitten und nicht gerissen wird: Gerissene Wurzeln nehmen die Muffe mit, aus der sie kommen.
Wurzeln im Rohr sind kein seltener Befund, sondern bei älteren Leitungen auf bewachsenen Grundstücken der Regelfall. Wie sie entfernt werden, entscheidet darüber, ob die Leitung danach besser oder schlechter dasteht.
Schneiden gegen reißen
Eine Wurzel, die durch eine Muffe gewachsen ist, sitzt dort fest. Zieht man mit einem Werkzeug daran, gibt nicht die Wurzel nach, sondern die Verbindung: Die Dichtung wird mitgerissen, die Muffe weiter aufgedrückt. Aus einer undichten Stelle wird eine offene.
Ein Wurzelschneider arbeitet deshalb mit einer festen Schnittkante, die den Querschnitt ausfährt und die Wurzel bündig an der Rohrwand abtrennt. Was außerhalb des Rohrs liegt, bleibt unberührt.
Warum danach nicht Schluss ist
Die Wurzel ist geschnitten, die Eintrittsstelle ist es nicht. Eine Pflanze, die einmal Wasser gefunden hat, wächst dort nach. Je nach Art und Jahreszeit ist der Querschnitt in einem bis drei Jahren wieder eingeengt.
Wurzelschnitt ohne anschließende Abdichtung ist Zeitgewinn, keine Lösung.
Die dauerhafte Variante
- Wurzel schneiden und die Leitung spülen.
- Kamerabefahrung, um die Eintrittsstelle und den Zustand der Muffe zu beurteilen.
- Abdichtung von innen, meist mit einem Kurzliner über die betroffene Verbindung.
- Bei mehreren Eintrittsstellen über eine Haltung: Liner über den ganzen Abschnitt.
Bei großen Bäumen in Leitungsnähe lohnt es sich, die Leitung in einem festen Abstand kontrollieren zu lassen, statt auf die nächste Verstopfung zu warten.
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