TV-Inspektion · 3 Min.
Wurzeln im Rohr: warum ausgerechnet die Muffe
25. Oktober 2026
Wurzeln durchdringen kein intaktes Rohr. Sie wachsen durch undichte Muffen, Risse oder Scherbenbrüche hinein, angelockt von Feuchtigkeit und Nährstoffen. Wer nur die Wurzel entfernt, hat die Undichtigkeit nicht behoben.
Ein verbreiteter Irrtum lautet, Wurzeln würden sich durch Rohrwände bohren. Das tun sie nicht. Sie nutzen eine Stelle, die ohnehin offen ist.
Die Muffe ist die Schwachstelle
An einer undichten Rohrverbindung tritt Feuchtigkeit ins Erdreich aus. Für eine Wurzel ist das ein Signal: dort gibt es Wasser und Nährstoffe. Sie wächst in den Spalt, zunächst haarfein, dann immer kräftiger. Mit der Zeit sprengt sie die Verbindung weiter auf.
Deshalb ist Wurzeleinwuchs immer zugleich ein Dichtheitsbefund. Wer die Wurzel abfräst und sonst nichts tut, hat ein Jahr Ruhe und danach dasselbe Problem.
Wie es auf der Aufzeichnung aussieht
- Feine Haarwurzeln, die wie ein Vorhang von der Rohrdecke hängen.
- Ein kompakter Ballen, der den Querschnitt verengt und in dem sich Papier verfangen hat.
- Eine einzelne starke Wurzel, die quer durch die Leitung läuft, meist bei älteren Steinzeugleitungen.
Die Frage ist nicht, ob Wurzeln entfernt werden können. Die Frage ist, wodurch sie hereingekommen sind.
Was dauerhaft hilft
Entfernt wird mechanisch mit einem Wurzelschneider an der Spirale oder mit einer Fräse. Danach muss die Undichtigkeit geschlossen werden, meist grabenlos mit einem Kurzliner oder einem Liner über die ganze Haltung. Erst dann fehlt der Wurzel der Anreiz.
Ein praktischer Hinweis für Grundstücke mit alten Bäumen: Die Leitung einmal filmen zu lassen, bevor etwas passiert, kostet einen Bruchteil dessen, was eine aufgegrabene Einfahrt kostet.
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