Rohrreinigung · 3 Min.
Warum sich die Spüldüse selbst ins Rohr zieht
3. November 2026
Eine Spüldüse hat keinen Motor. Sie wird von rückwärts gerichteten Wasserstrahlen vorwärtsgezogen und arbeitet beim Zurückziehen: Die Strahlen lösen die Ablagerung von der Rohrwand und schieben sie in Fließrichtung vor sich her.
Wer zum ersten Mal zusieht, wundert sich: Der Schlauch verschwindet wie von selbst in der Leitung, obwohl ihn niemand hineinschiebt.
Rückstoß statt Antrieb
In der Düse sitzen Bohrungen, die schräg nach hinten zeigen. Das austretende Wasser erzeugt einen Rückstoß, und der zieht die Düse samt Schlauch vorwärts. Dasselbe Prinzip wie bei einem Rasensprenger, der sich im Kreis dreht.
Gereinigt wird dabei noch nicht. Die Düse fährt zunächst bis zum Ende des Abschnitts durch.
Die Arbeit passiert auf dem Rückweg
Beim langsamen Zurückziehen treffen die Strahlen die Rohrwand und lösen, was dort haftet. Weil sie nach hinten gerichtet sind, schieben sie das Gelöste in Fließrichtung vor sich her, zum Schacht oder zur Reinigungsöffnung, wo es aufgenommen wird.
Deshalb dauert die Rückfahrt länger als die Hinfahrt. Wer schnell zurückzieht, hat gespült, aber nicht gereinigt.
Warum es verschiedene Düsen gibt
- Eine Standarddüse für allgemeine Ablagerungen und zum Freilegen.
- Eine Rotordüse, deren Strahl kreist, für hartnäckige Verkrustungen.
- Eine Kettenschleuder oder Fräse, wenn das Wasser allein nicht reicht.
- Eine Düse mit Frontstrahl, um einen vollständigen Pfropf zu durchdringen.
Die Wahl richtet sich nach Rohrwerkstoff und Nennweite. Eine alte Steinzeugleitung mit offenen Muffen verträgt anderes als eine Kunststoffleitung im Haus; mit zu viel Druck spült man dort Scherben statt Ablagerungen heraus.
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