Rohrreinigung · 3 Min.
Steinzeug: was die alte Leitung verträgt
24. November 2026
Steinzeug ist hart, glatt und gegen Chemie beständig, aber spröde. Die Rohrwand selbst ist selten das Problem, die Muffen sind es: Ältere Verbindungen sind mit Ton oder Teer gedichtet und halten weniger aus als moderne Gummidichtungen.
Wer in Berlin eine Grundleitung aus der Vorkriegszeit hat, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Steinzeug. Das Material ist besser als sein Ruf, aber es will anders behandelt werden als Kunststoff.
Die Stärken
Steinzeug ist keramisch gebrannt und glasiert. Die Oberfläche ist sehr glatt, Ablagerungen haften schlechter als auf rauem Material. Es ist chemisch beständig, auch gegen aggressives Abwasser, und es altert nicht wie Metall oder Kunststoff. Rohre, die über hundert Jahre liegen, sind in der Substanz oft tadellos.
Die Schwachstelle sitzt dazwischen
Nicht das Rohr ist das Problem, sondern die Verbindung. Ältere Steinzeugleitungen wurden mit Ton, Hanf oder Teerstrick gedichtet. Diese Dichtungen schrumpfen, verspröden und werden undicht. Moderne Steinzeugrohre haben eingebaute Dichtungen, die deutlich mehr aushalten.
Bei alten Steinzeugleitungen entscheidet nicht die Härte des Rohrs, sondern der Zustand der Muffen, wie gearbeitet werden darf.
Was das für die Reinigung heißt
- Druck zurückhaltend wählen und nur steigern, wenn es nötig ist.
- Keine Rotordüse auf eine Muffe richten, deren Zustand unbekannt ist.
- Mechanische Werkzeuge mit Bedacht: Die Kante einer offenen Muffe ist spröde.
- Im Zweifel vorher filmen. Bei einer hundertjährigen Leitung ist das kein Luxus.
Das Material selbst ist nicht der Grund, eine Leitung zu erneuern. Der Zustand der Verbindungen und die Lage sind es. Beides lässt sich nur mit einer Kamera beurteilen.
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