TV-Inspektion · 3 Min.
Korrosion in Gussleitungen: der Befund im Altbau
19. November 2026
Gussleitungen korrodieren von innen nach außen. Zuerst entsteht eine raue Schicht, die Ablagerungen festhält, später lösen sich Schuppen und der Querschnitt verengt sich. Ein Rohr kann dabei lange dicht bleiben und trotzdem nicht mehr funktionieren.
In Berliner Altbauten liegen bis heute Gussleitungen, viele davon seit Jahrzehnten. Sie sind robust, und genau deshalb werden sie selten geprüft, bis etwas passiert.
Wie Guss altert
Gusseisen rostet im Kontakt mit Abwasser und Luft. Der Rost bleibt nicht glatt, sondern bildet eine raue, poröse Schicht an der Innenwand. Diese Schicht ist der eigentliche Beginn des Problems: An ihr haftet alles, was vorbeikommt, und die Ablagerung wächst schneller als in einem glatten Rohr.
Im weiteren Verlauf lösen sich Schuppen, die Wandstärke nimmt ab, und der verfügbare Querschnitt wird kleiner. In fortgeschrittenen Fällen ist von der ursprünglichen Nennweite die Hälfte übrig.
Eine korrodierte Gussleitung kann dicht sein und trotzdem ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen. Dichtheit und Leistungsfähigkeit sind zwei verschiedene Dinge.
Was die Kamera zeigt
- Eine dunkle, unregelmäßig raue Innenwand statt glattem Material.
- Schuppen und Platten, die teilweise abstehen.
- Ablagerungen, die sich bevorzugt an diesen Stellen halten.
- Im fortgeschrittenen Stadium durchgehende Löcher, meist an der Sohle.
Was sich machen lässt
Solange die Wandstärke ausreicht, lässt sich die Leitung reinigen und anschließend von innen beschichten oder mit einem Liner auskleiden. Ist die Wand an Stellen durchgerostet, trägt sie den Liner nicht mehr; dann wird abschnittsweise ersetzt.
Für Eigentümer von Altbauten mit Gussleitungen lohnt eine Bestandsaufnahme vor der nächsten größeren Renovierung. Eine Leitung im Estrich zu ersetzen ist deutlich günstiger, wenn der Boden ohnehin offen ist.
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