Rohrreinigung · 3 Min.
Die Kettenschleuder: für alles, was fest an der Wand sitzt
12. November 2026
Die Kettenschleuder ist ein Werkzeug mit frei beweglichen Kettensträngen, die durch die Drehung nach außen geschleudert werden und Verkrustungen von der Rohrwand abschlagen. Sie reinigt den Querschnitt, statt nur hindurchzustoßen.
Es gibt Ablagerungen, die eine Spirale mit Kreuzblatt einfach umfährt: harte Schichten, die fest an der Rohrwand sitzen und den Querschnitt gleichmäßig verengen. Dafür gibt es ein anderes Werkzeug.
Wie sie arbeitet
An einem Kopf hängen mehrere kurze Ketten, beweglich befestigt. Dreht sich die Spirale, werden sie durch die Fliehkraft nach außen geschleudert und schlagen gegen die Rohrwand. Weil sie beweglich sind, passen sie sich dem Querschnitt an, statt starr dagegenzudrücken.
Der Effekt ist ein anderer als beim Schneidkopf: Es wird nicht durchtrennt, sondern flächig abgetragen. Die Leitung bekommt ihren vollen Querschnitt zurück.
Wofür sie gemacht ist
- Kalk- und Urinsteinablagerungen, typisch in Gewerbeobjekten mit Urinalen.
- Verhärtetes Fett in Gastronomieleitungen.
- Zementschleier und Mörtelreste nach Bauarbeiten.
- Rostige Ablagerungen in alten Gussleitungen.
Wo sie nicht hingehört
In eine Leitung, deren Zustand unbekannt ist. Eine Kettenschleuder in einem Rohr mit Scherbenbruch oder offenen Muffen richtet Schaden an, weil sie genau dort arbeitet, wo das Rohr ohnehin geschwächt ist. Auch in dünnwandigen Kunststoffleitungen wird sie nur mit angepasster Drehzahl eingesetzt.
Vor der Kettenschleuder steht die Kamera. Wer sie blind einsetzt, kann aus einer Ablagerung ein Loch machen.
Deshalb ist die übliche Reihenfolge: spülen, filmen, dann entscheiden. Erst wenn klar ist, dass das Rohr intakt und die Schicht hart ist, kommt dieses Werkzeug zum Einsatz.
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