TV-Inspektion · 4 Min.
Hauskauf: die Leitung, die niemand prüft
26. Oktober 2026
Vor einem Hauskauf werden Dach, Heizung und Keller begutachtet. Die Grundleitung unter der Bodenplatte prüft fast niemand, obwohl ihre Erneuerung zu den teuersten Einzelposten am Gebäude gehört.
Wer ein Haus kauft, lässt sich in aller Regel ein Gutachten machen. Darin stehen Dach, Fassade, Fenster, Heizung und Feuchtigkeit. Was selten darin steht, ist der Zustand der Abwasserleitungen, obwohl sie zu den teuersten Bauteilen gehören, die man nachträglich ersetzen muss.
Warum sie übersehen wird
Weil man sie nicht sieht. Eine Grundleitung liegt unter der Bodenplatte und unter dem Garten. Sie meldet sich nicht durch Flecken an der Wand, sondern durch eine Verstopfung, und die kommt oft erst, wenn das Haus schon den Besitzer gewechselt hat.
Dazu kommt: Bei einem Immobilienkauf gilt in aller Regel der Ausschluss der Sachmängelhaftung. Was der Verkäufer nicht arglistig verschwiegen hat, bleibt beim Käufer.
Was eine Befahrung vorher zeigt
- Ob die Leitung überhaupt noch Gefälle hat oder abgesackt ist.
- Ob es Risse, Versätze oder Wurzeleinwuchs gibt und an welcher Stelle.
- Aus welchem Material sie besteht, was viel über die Restlebensdauer sagt.
- Ob die Entwässerung so verläuft, wie der Plan behauptet.
Eine Befahrung vor dem Kauf ist entweder eine Beruhigung oder ein Verhandlungsargument. Beides ist mehr wert als ihr Preis.
Der praktische Ablauf
Nötig ist ein Zugang zur Leitung, meist eine Reinigungsöffnung im Keller, und die Zustimmung des Verkäufers. Beides lässt sich bei einem Besichtigungstermin klären. Gefilmt wird in ein bis zwei Stunden, der Bericht kommt schriftlich mit Aufzeichnung und Stationierung.
Findet sich nichts, haben Sie Gewissheit. Findet sich etwas, verhandeln Sie mit einem Dokument statt mit einem Gefühl.
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