TV-Inspektion · 3 Min.
Inkrustation: harte Krusten an der Rohrwand
22. November 2026
Inkrustationen sind harte, mineralische Ablagerungen, die sich fest mit der Rohrwand verbinden. Anders als Fett lassen sie sich nicht wegspülen; sie werden mechanisch abgetragen. Typisch sind sie in Urinalleitungen und in Gegenden mit hartem Wasser.
Im Bericht steht Inkrustation, und auf dem Bild sieht die Rohrwand aus wie eine Tropfsteinhöhle im Kleinen. Es ist der Befund, bei dem Spülen ausdrücklich nicht genügt.
Woher sie kommen
Anders als Fett oder Papier sind Inkrustationen mineralisch. Sie entstehen, wenn gelöste Stoffe aus dem Abwasser an der Rohrwand ausfallen und dort auskristallisieren. Jede weitere Schicht lagert sich auf die vorherige, und mit der Zeit entsteht eine harte Kruste, die mit der Wand verbunden ist.
- Urinstein in Urinalleitungen, der häufigste Fall im Gewerbe.
- Kalkablagerungen bei hartem Wasser, besonders wo warmes Abwasser abkühlt.
- Rostinkrustationen in alten Gussleitungen.
- Zementschleier nach Bauarbeiten, wenn Mörtelwasser in die Leitung gelaufen ist.
Warum Spülen nicht reicht
Eine Spüldüse löst, was an der Wand haftet. Eine Inkrustation haftet nicht, sie ist verwachsen. Mit hohem Druck trägt man sie bestenfalls oberflächlich ab und belastet dabei das Rohr unnötig.
Mineralische Krusten werden mechanisch entfernt, nicht hydraulisch. Dafür gibt es Kettenschleuder und Fräse.
Was danach kommt
Nach dem Abtragen ist die Rohrwand rau, manchmal auch angegriffen. Deshalb gehört eine Kontrollbefahrung dazu: Ist die Wand intakt, genügt ein kürzeres Reinigungsintervall. Ist sie geschwächt, kommt eine Beschichtung oder ein Liner infrage.
In Gewerbeobjekten mit Urinalen ist regelmäßige Reinigung hier die wirksamste Vorbeugung, weil Urinstein in dünner Schicht noch leicht abgeht und in dicker praktisch nicht mehr.
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