TV-Inspektion · 3 Min.
Hindernis im Rohr: was dort tatsächlich liegt
16. November 2026
Der Befund Hindernis bezeichnet einen Fremdkörper im Rohr, der nicht aus dem Abwasser stammt. Er wird geborgen und nicht weitergeschoben, weil er sonst an der nächsten Engstelle hängen bleibt, wo er schlechter erreichbar ist.
Es ist der Befund, bei dem die Aufzeichnung am meisten erklärt. Was da liegt, stammt nicht aus dem Abwasser, sondern ist hineingeraten, und oft erzählt es etwas über die Geschichte des Gebäudes.
Was wir regelmäßig finden
- Mörtel- und Betonreste aus der Bauzeit, die beim Verlegen ins offene Rohr gefallen sind.
- Werkzeug und Kleinteile von Bauarbeiten.
- Teile von Reinigungsgeräten, die bei früheren Einsätzen abgerissen sind.
- Putzlappen und Textilien, die beim Rückbau in die Leitung gelangt sind.
- Feste Gegenstände aus dem Haushalt, die über das WC hineingespült wurden.
Warum nicht einfach durchschieben
Es ist verlockend, einen Fremdkörper mit der Spirale weiterzuschieben, bis die Leitung wieder läuft. Das Problem verlagert sich damit nur. An der nächsten Engstelle, einem Bogen oder einem Übergang zu kleinerer Nennweite bleibt der Gegenstand liegen, und dort ist er schlechter zugänglich.
Wer einen Gegenstand in der Grundleitung weiterschiebt, verlegt das Problem unter den Garten.
Wie geborgen wird
Mit einem Bergekopf an der Spirale, der greift statt zu zerteilen, oder mit einem Greifer am Schiebegestänge. Bei größeren Nennweiten kommt Saugtechnik infrage. In allen Fällen wird vorher gefilmt, weil Form und Lage bestimmen, welches Werkzeug überhaupt passt.
Ein Hinweis für Bauherren: Offene Rohrenden während der Bauzeit zu verschließen kostet nichts und erspart genau diesen Befund.
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