Rohrreinigung · 3 Min.
Der Bergekopf: wenn etwas wieder herausmuss
18. November 2026
Ein Bergekopf ist ein Greifwerkzeug an der Spirale, das Gegenstände umfasst und beim Zurückziehen mitnimmt, statt sie zu zerteilen. Er kommt zum Einsatz, wenn der Befund kein Pfropf ist, sondern ein Fremdkörper.
Die meisten Werkzeuge in der Rohrreinigung haben eine Aufgabe: zerteilen, abtragen, durchstoßen. Der Bergekopf hat die umgekehrte: festhalten.
Wann er zum Einsatz kommt
Wenn die Kamera zeigt, dass die Leitung nicht durch eine Ablagerung blockiert ist, sondern durch einen Gegenstand. Typisch sind Werkzeugteile, Mörtelbrocken, Textilien oder abgerissene Teile früherer Reinigungsversuche.
Der Unterschied ist wesentlich: Eine Ablagerung darf zerteilt werden, das Material geht mit dem Abwasser ab. Ein fester Gegenstand darf das nicht, denn er verschwindet nicht, er wandert nur.
Wie er arbeitet
Je nach Bauart greift er mit federnden Armen, einem Haken oder einer Spiralzange. Die Spirale wird bis an den Gegenstand geführt, der Kopf schließt sich beim Drehen, und beim langsamen Zurückziehen kommt der Fremdkörper mit.
Das funktioniert nur, wenn Form und Lage vorher bekannt sind. Deshalb wird in solchen Fällen immer erst gefilmt.
Wenn es nicht gelingt
- Bei größeren Nennweiten kann mit Saugtechnik gearbeitet werden.
- Sitzt der Gegenstand verkeilt, hilft manchmal das Freispülen rundum.
- Im ungünstigsten Fall muss die Stelle freigelegt und das Rohr geöffnet werden.
Letzteres ist selten und fast immer die Folge davon, dass vorher versucht wurde, den Gegenstand weiterzuschieben. Ein Grund mehr, bei einem unklaren Widerstand in der Leitung die Kamera zu holen, statt mit mehr Kraft zu arbeiten.
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