TV-Inspektion · 3 Min.
Ablagerung oder Schaden: der Unterschied auf dem Bild
27. Oktober 2026
Vor einer aussagekräftigen Befahrung wird die Leitung gespült. Auf einer ungereinigten Aufnahme verdecken Ablagerungen die Rohrwand, und was wie ein Schaden aussieht, ist oft nur Fett. Umgekehrt bleibt echter Schaden darunter verborgen.
Eine der häufigsten Rückfragen zu einem Kamerabericht lautet: Ist das jetzt kaputt oder nur dreckig? Die Frage ist berechtigt, denn auf einer ungereinigten Aufnahme lässt sich das oft nicht sagen.
Warum vorher gespült wird
Eine Leitung, die jahrelang in Betrieb ist, hat eine Schicht an der Wand: Fett, Seifenreste, bei Grundleitungen auch Sand. Die Kamera sieht diese Schicht, nicht das Rohr. Ein Riss darunter bleibt unsichtbar, und eine Fettnase sieht aus wie ein Versatz.
Deshalb ist die übliche Reihenfolge: spülen, dann filmen. Wer in umgekehrter Reihenfolge arbeitet, zahlt die Befahrung unter Umständen zweimal.
Woran man es unterscheidet
- Ablagerungen sind weich und unregelmäßig, sie folgen keiner Rohrgeometrie.
- Ein Versatz zeigt eine klare Kante genau an einer Verbindung.
- Risse laufen längs oder quer und sind an beiden Enden scharf begrenzt.
- Wurzeln kommen punktuell von außen, meist an einer Muffe.
Ein Bericht, der auf einer ungespülten Leitung beruht, taugt nicht als Grundlage für ein Sanierungsangebot.
Was in den Bericht gehört
Steht in einem Angebot ein Schaden, zu dem es kein Bild aus einer gereinigten Leitung gibt, lohnt die Nachfrage. Seriöse Berichte halten fest, ob und wie gereinigt wurde, bevor gefilmt wurde.
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